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Förderbeginn 01.07.2018
Stabilitäts- und Performanzgarantien für datengetriebene Regelungsmethoden
Prof. Dr. Sandra Hirche
Technische Universität München
Lehrstuhl für Informationstechnische Regelung
Prof. Dr. Claire Tomlin
University of California, Berkeley
EECS - Electrical Engineering and Computer Science
In modernen regelungstechnischen Anwendung, wie in der Soft-Robotik oder
der Mensch-Maschine-Interaktion, wird die Auslegung eines geeigneten
Reglers zunehmend schwieriger. Der Grund hierfür liegt in der
Komplexität der Regelstrecken, wodurch die zugehörige Modellierung sehr
zeitaufwändig, wenn nicht unmöglich wird. Es hat sich gezeigt, dass
datengetriebene Modelle eine vielversprechende Lösung für dieses Problem
sind. Jedoch gibt es bisher beim regelungstechnischen Einsatz dieser
Modelle kaum formale Garantien, welche für eine flächendeckende und
sichere Anwendung notwendig sind.
In diesem Projekt wird dieser fehlende Baustein adressiert. Zu diesem
Zweck verwenden wir als datengetriebenes Modell die Gauß-Prozess
Regression, da diese zusätzliche Informationen über die Unsicherheit des
Modells liefert. Basierend auf dieser Eigenschaft entwickeln wir neue
Regelgesetze, welche die Stabilität des geschlossenen Kreises
garantieren. Zusätzlich werden auch Aussagen über die Performanz der
Regelung in Abhängigkeit der zugrundeliegenden Trainingsdaten getroffen.
Mit diesen Resultaten können datengetriebene Regelungen auch in
sicherheitskritischen Szenarien eingesetzt werden.
Abschlussbericht
Im Rahmen des Projekts war Herr Beckers für 6 Wochen an der University
of California, Berkeley. In dieser Zeit wurde vor allem an zwei
Teilprojekten gearbeitet:
1. Die Eigenschaften der Gauß-Prozess Regression hängen maßgeblich von
der Wahl des Kernels und dessen Hyperparameter ab. Diese werden
klassischerweise anhand der zu Grunde liegenden Daten optimiert, um so
die bestmögliche Interpretation der Daten zu erhalten. Hierbei wird
jedoch der spätere Einsatz dieses Modells in der Regelschleife
vernachlässigt wodurch sich Einbußen in der Performanz ergeben können.
Zusammen wurde ein Framework erarbeitet, welches den Kernel und die
Hyperparameter hinsichtlich der daraus resultierenden Performanz der
Regelkreises optimiert. Dabei bleibt die Stabilität des Regelkreises
erhalten.
2. Der Hamilton-Jacobi-Bellman-Ansatz ermöglicht die Berechnung von
Erreichbarkeitsmengen eines dynamischen, nichtlinearen Systems. Darauf
basierend können die benötigten Stellgrößen für das System generiert
werden, welche den Verlauf der Systemtrajektorie in einem vorher
festgelegten Bereich des Zustandsraumes garantiert. Hierfür wird ein
genaues Modell des Systems benötigt, da andernfalls die
Sicherheitsgarantien nicht mehr gültig sind. Die Projektpartner haben
einen Ansatz entwickelt, der, unter Ausnutzung von Realisierungen des
Gauß-Prozesses, ein stochastisches Modell des echten Systems entwickelt.
Somit können probabilistische Garantien für den Verlauf der Trajektorie
gegeben werden und ein sicherer Einsatz in der Anwendung ermöglicht werden.
Ergebnisse und Ausblick: Es wurden zwei Ansätze zur datenbasierten
Regelung entwickelt, die sowohl die Stabilität bzw. den Verlauf der
Trajektorien in einen festgelegten Bereich garantieren sowie die
Performanz erhöhen können. Die Ergebnisse zum ersten Ansatz werden
bereits demnächst unter
Thomas Beckers, Somil Bansal, Claire J. Tomlin and Sandra Hirche:
„Closed loop model selection for kernel-based regression methods“
zur Veröffentlichung eingereicht.