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Förderbeginn 01.07.2018
Stabilität in (zufälligen) Netzwerken
Asst. Prof. Nils Detering
University of California, Santa Barbara
Department of Statistics and Applied Probability
Prof. Dr. Ralf Werner
Universität Augsburg
Institut für Mathematik
Im Rahmen der Digitalisierung und Globalisierung werden immer mehr Akteure miteinander vernetzt, was erhöhte
Abhängigkeiten nach sich zieht. Beispiele hierfür sind Kommunikationsnetzwerke, Stromnetze oder
Finanznetzwerke. Um stabile Systeme zu gewährleisten, müssen sowohl bei der Konzeption als auch bei der
Wartung Entscheidungen entsprechend getroffen werden. Mathematisch lassen sich Netzwerke durch Graphen
abbilden; dabei werden Einrichtungen zu Knoten und Verbindungen zu Kanten. Der (zufällige) Ausfall eines Akteurs
oder einer Verbindung entspricht dann dem Entfernen eines Knoten beziehungsweise einer Kante. Relevant ist nun,
in wie weit sich die Struktur des Graphen dadurch ändert. Im schlimmsten Fall zerfällt eine
Zusammenhangskomponente in zwei, was einer Aufspaltung des Systems gleichkommt. Aber auch verlängerte
Wege belasten das System und können zu Verzögerungen führen. Ziel ist die Entwicklung eines Risikomaßes zur
Quantifizierung dieser Ausfallschäden, wenn möglich reduziert auf wenige aussagekräftige Graphcharakteristika.
Abschlussbericht
Aktivitäten
Die Fördermittel wurden für zwei Forschungsaufenthalte genutzt. Zum einen besuchte
Prof. Dr. Nils Detering im Dezember 2018 die Universität Augsburg, zum anderen
forschte Christian Drescher von Mai bis Juli 2019 an der University of California in Santa
Barbara.
Ergebnisse
Ziel der Forschungen war die mathematische Untersuchung der Stabilität von Stromnetzwerken
gegenüber partiellen Ausfällen der Netzwerkinfrastruktur. Wir haben das
Projekt mit einer umfangreichen Literaturrecherche begonnen, um einen Überblick über
die verschiedenen Netzmodelle zu erhalten. Anhand der Vielzahl an Veröffentlichungen
konnten wir feststellen, dass der aktuelle Forschungsstand primär in zwei Stränge zerfällt.
Einerseits gibt es die Modelle von Zhifang Wang et al., die in einer Vielzahl von
Artikeln weiter ausgebaut und verfeinert werden, andererseits einige wenige davon unabhängige
Modelle anderer Autoren. Zwar sind all diese Modelle in der Lage, einzelne
Stromnetzwerke zu erzeugen, erlauben aber aufgrund ihrer hohen Komplexität keine
mathematisch-analytische Untersuchung der Netzwerkstabilität. Auch ist eine numerisch-
empirische Monte-Carlo-Analyse nur mit äußerst großem Aufwand möglich, da bereits
das Erzeugen eines einzelnen Netzwerksamples mit erheblichem Rechenaufwand
verbunden ist. Insgesamt haben wir so einen weitreichenden Einblick in verschiedene
Stromnetzmodelle erhalten, konnten aber leider kein geeignetes Modell für weiterführende
mathematische Untersuchungen identifizieren.
Ausblick
Derzeit laufen Anstrengungen einen erheblichen Ausbau der Rechnerkapazitäten zu erreichen.
Mit einer derartigen Ausstattung wäre es eventuell möglich, mehrere Instanzen
von Stromnetzwerken zu erzeugen und statistisch zu untersuchen.
Den alternativen Ansatz, die Modelle soweit zu vereinfachen, dass sie für analytische
Methoden zugänglich sind, haben wir bereits im Laufe der der o.g. Recherchen verwerfen
müssen, da so keine aussagekräftigen Resultate zu erwarten wären.