Förderbeginn 01.07.2019

Konstruktion und Evaluation eines virtuellen Assistenten mit emotionaler Intelligenz

Prof. Dr.-Ing. Klaus Diepold
Technische Universität München
Lehrstuhl für Datenverarbeitung, Fak. Elektro- und Informationstechnik

Prof. Dr. Larry Leifer
Stanford University
Center for Design Research



Emotionen sind in der zwischenmenschlichen Kommunikation für eine effektive Interaktion unerlässlich. Mensch und Maschine hingegen kommunizieren nahezu ausschließlich auf der inhaltlichen Ebene. Das Ziel der Zusammenarbeit ist das Design eines emotionalen virtuellen Assistenten. Dieser kann Emotionen durch einen Avatar mithilfe von Sprache, Mimik und Gestik wiedergeben. Die Entwicklung geschieht nach den Prinzipien des User Centered Designs und des Design Thinking. Somit liegt der Fokus der Forschung auf der Nutzerperspektive: Können die synthetisierten Emotionen durch den Nutzer eindeutig zugeordnet werden? Verbessert sich die User Experience eines virtuellen Assistenten, wenn Emotionen im Dialog berücksichtigt werden? Wir arbeiten mit dem Center for Design Research an der University Stanford zusammen - Erfinder und führender Experte für Design Thinking.

Abschlussbericht
Das Ziel des Besuchs war die Entwicklung eines Prototyps für einen Digitalen Assistenten mit emotionaler Intelligenz sowie dessen Evaluation. In Zusammenarbeit mit der Leifer Neurodesign Research Gruppe in Stanford, Kalifornien, haben wir eine Web-Applikation entwickelt, die im Kontext einer Verhandlung die Emotionen des Users via Mimik und Sprache erkennen und verarbeiten kann. Inspiriert von neurowissenschaftlichen Erkenntnissen in der menschlichen emotionalen Interaktion, wurden Emotionen im System synthetisiert und mit Hilfe eines menschenähnlichen Avatars wiedergegeben.

Nach der iterativen Entwicklung wurde der Prototyp in einer multikulturellen Online-Studie evaluiert. Dabei wurde der Prototyp mit einem herkömmlichen Interface eines Digitalen Assistenten (wie z.B. des Google Assistants, Stand 2019) bzgl. den Dimensionen User Experience und Vertrauen in das Interface verglichen. Die Ergebnisse dieser Studie werden auf der HCI International 2020 in Kopenhagen gemeinsam vorgestellt. Die möglichen Auswirkungen von Emotionen auf die HCI (Human Computer Interaction) wurden ebenfalls im Rahmen eines öffentlichen Meetups (https://youtu.be/_4ms6I7YvvE) vorgestellt.