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Förderbeginn 01.07.2019
Augmented Reality geführte Brustbiopsie
Prof. Dr. Nassir Navab
Technische Universität München
Fakultät für Informatik
Prof. Dr. Bruce Daniel
Stanford University
Department of Radiology, Mixed reality Incubator
Brustkrebs ist der häufigste Krebs bei Frauen, der typischerweise mit einer Nadelbiopsie
diagnostiziert wird. Etwa 1 Mio. Brustbiopsien werden jedes Jahr in den Vereinigten Staaten
durchgeführt. Der mit Abstand schnellste Weg zur Durchführung einer Brustbiopsie mit einer
Nadel ist die Verwendung von Ultraschall. Der Ultraschall zeigt das Biopsieinstrument sowie den
Tumor, das umgebende Brustgewebe und die Brustwand in Echtzeit. Die ultraschallgeführte
Biopsie ist jedoch schwer zu erlernen. Eine umfangreiche Hand-Augen-Koordination ist
erforderlich und besonders herausfordernd, da die Bilder auf einem separaten Bildschirm
angezeigt werden.
Wir erwarten, dass die Nutzung von erweiterter Realität die Durchführung
der ultraschallgeführten Biopsie vereinfachen kann, da es mit dieser Technologie möglich ist, die
Ultraschallbilder direkt am Patienten zu überlagern und damit die komplexe Hand-Auge
Koordination unter der Verwendung eines externen Bildschirms umgeht. Dies würde die
Durchführung der Biopsie in eine natürlichere Benutzerinteraktion verwandeln, ähnlich wie bei
anderen Aufgaben, bei der der Benutzer direkt auf die Instrumente und Zielstrukturen schaut, die
manipuliert werden. In diesem Projekt entwickelt die TU München in Zusammenarbeit mit der
Stanford University ein Mixed-Reality System mit einer Datensichtbrille, welches es ermöglicht,
das Ultraschallbild in Echtzeit an der richtigen anatomischen Stelle zu visualisieren. Dies
geschieht durch Korrektur von Latenzen zwischen der US-Bildaufnahme und der Bewegung der
US-Sonde und durch speziell angepasste Rendering-Techniken (Fokus-Kontext Visualisierung),
die es ermöglichen, virtuelle Bilder im menschlichen Körper anzuzeigen.