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Förderbeginn 01.07.2020
Automatisches Wundscoring mittels nicht-invasiver Bildgebung und künstlicher Intelligenz
Dr.-Ing. Daniel Stromer
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl Informatik 5, Mustererkennung
Dr. Jesse V. Jokerst
University of California, San Diego
School of Engineering
Geschwüre schädigen Haut und Gewebe des Menschen und entwickeln sich zu chronischen
Wunden, die sowohl für das Gesundheitssystem als auch für die Patienten eine große Belastung
darstellen. Mehr als 6,5 Millionen US-Bürger (DE: ca. 2 Millionen) sind davon betroffen und
verursachen Kosten für die medizinische Infrastruktur in Höhe von etwa 25 Milliarden US-Dollar
(DE: ca. 4 Milliarden EUR) jährlich. In einer früheren Arbeit haben wir gezeigt, dass die
Kombination von Photoakustik- und Ultraschallbildgebung in der Lage ist, chronische Wunden
nicht-invasiv zu erfassen. Die Detektion selbst muss mit dem bloßen Auge erfolgen, was ziemlich
komplex ist, da die betroffenen Stellen großflächig sein können. Das Ziel unseres Projekts ist die
gemeinsame Entwicklung eines Prototypens mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, der den
Forscher/Arzt bei der Erkennung von Wunden oder gesunden Segmenten innerhalb dieser
Bilddaten unterstützen kann. Insbesondere werden wir nicht-invasiv gewonnene Daten von
Kleintieren verwenden und ein tiefes neuronales Netz trainieren, um die Aufgabe der
automatischen Klassifikation zu lösen. Um das Netzwerk zu speisen, müssen
Expertenannotationen von hoher Qualität gemacht werden, um eine hohe Leistung des
Klassifikators und eine valide Bewertung zu gewährleisten. Neuronale Netze haben bei solchen
Bildklassifikationsaufgaben im medizinischen Bereich hervorragende Ergebnisse gezeigt und
können sogar FDA-Zulassung erhalten. Die Ergebnisse können als Triagingmethode für die
Wundbeurteilung dienen, so dass Physiker eine Liste von akuten Fällen erhalten, auf die sie sich
konzentrieren können und die auch in der häuslichen Pflege eingesetzt werden können. In
einem zweiten Schritt soll das Projekt auf Humandaten sowie auf Staging der Wunden
ausgedehnt und die Zusammenarbeit zwischen den Partnerlabors intensiviert werden.