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Förderbeginn 01.01.2024
Fog Computing-basierter Einsatz von großen Sprachmodellen für digitale Gesundheit und Bildung
Prof. Dr. Stefan Krusche
Technische Universität München
Informatics 1 – Chair of Distributed Systems & Operating Systems
Prof. Dr. Oliver Oppers Aalami
Stanford University
Byers Center for Biodesign
Stanford's HealthGPT und LLMonFHIR zeigen, dass Large Language Models (LLMs) in der Lage
sind, die Gesundheitskompetenz von Patienten zu erhöhen, indem sie ihre Gesundheitsdaten in
natürlicher Sprache abfragen und Kontext dazu bereitstellen. Angesichts der zentralisierten,
undurchsichtigen Natur von Cloud-LLM-Anbietern und der Sensibilität persönlicher
Gesundheitsdaten führt die Nutzung dieser Dienste zu erheblichen Bedenken in Bezug auf
Datenschutz, Vertrauen und Sicherheit, aber auch in finanzieller Hinsicht. Daher untersucht das
Team die Verlagerung der LLM-Ausführungsumgebung von Cloud-Anbietern näher an das Gerät
des Patienten mittels Verwendung lokaler Rechenressourcen oder dynamischer Fog Computing
Architekturen. Die Ausführung von Open-Source LLMs in vertrauenswürdigeren Umgebungen, wie
dem Edge-Gerät des Patienten oder im sogenannten Fog-Layer, der durch das lokale Netzwerk
repräsentiert wird (z.B. innerhalb einer Klinik oder einer Universität im Rahmen einer Vorlesung),
soll dazu beitragen, die Herausforderungen von cloud-basierten LLMs in Bezug auf Datenschutz
und Ressourcen zu meistern.
Unser Hauptziel ist die Entwicklung einer wiederverwendbaren und datenschutzfreundlichen
Architektur für die Integration von LLMs in bestehende und neu entstehende Infrastrukturen,
wobei der Fokus auf der Förderung von Bildung und Gesundheitskompetenz liegt. Darüber hinaus
erforscht das Team effektive Mechanismen, um LLM-basierte Anfragen innerhalb einer Fog
Computing Architektur zu multiplexen und eine vertrauenswürdige Ausführungsumgebung mittels
des von Nutzern bereitgestellten Kontexts zu etablieren, insbesondere im medizinischen Umfeld
und von Studenten in Bildungsumgebungen.
Abschlussbericht
Large Language Models (LLMs) bieten ein erhebliches Potenzial, die Gesundheitskompetenz
von Patienten zu stärken, indem sie Kontext für komplexe medizinische Daten liefern. Die
Abhängigkeit von zentralisierten Cloud-Anbietern bei der Verarbeitung geschützter
Gesundheitsinformationen wirft jedoch kritische Fragen hinsichtlich Datenschutz, Vertrauen und
Kosten auf. Um diese Barrieren zu überwinden, hat unser Projekt die Verlagerung der LLMAusführungsumgebung
von intransparenten Cloud-Diensten hin zu einer dezentralen,
dynamischen Fog-Computing-Architektur untersucht. Durch den Einsatz von Open-Weight-
Modellen in vertrauenswürdigen Umgebungen, etwa auf dem Edge-Gerät des Patienten oder
einer lokalen Fog-Schicht innerhalb einer Klinik, zielten wir darauf ab, die mit Cloud-KI
verbundenen Datenschutz- und Ressourcenherausforderungen zu bewältigen. Unser primäres
Ziel war es, die notwendigen Softwaremechanismen zu entwickeln, um LLM-Inferenzaufgaben
über dieses dezentrale System zu verteilen und so Privatsphäre, Vertrauen und Kosteneffizienz
im digitalen Gesundheitswesen sowie in anderen sensiblen Bereichen zu steigern.
Hierfür haben wir SpeziLLM (https://github.com/StanfordSpezi/SpeziLLM) entwickelt, ein
Open-Source-Framework innerhalb des Stanford Spezi-Softwareökosystems
(https://github.com/StanfordSpezi). SpeziLLM dient als einheitliche, LLM-agnostische
Schnittstelle, die Inferenzaufgaben transparent über drei Ebenen
orchestriert: Edge, Fog und Cloud. Anstatt Entwickler mit komplexem Infrastrukturmanagement
und dem Rechenaufwand der LLM-Inferenz zu belasten, erkennt das Framework dynamisch
lokale Inferenzdienste oder nutzt die hardwarebeschleunigte Ausführung auf mobilen Endgeräten
für optimierte Berechnungen. Wir haben die Vielseitigkeit des Frameworks durch die Integration
in sechs digitale Gesundheitsanwendungen demonstriert, darunter LLMonFHIR
(https://github.com/StanfordBDHG/LLMonFHIR)
und HealthGPT (https://github.com/StanfordBDHG/HealthGPT). Diese Fallstudien
verdeutlichten die Fähigkeit von SpeziLLM, sensible Aufgaben mit geringerer Komplexität (wie
die Zusammenfassung von Patientenakten) an lokale oder Fog-Umgebungen zu leiten, während
Cloud-Ressourcen für komplexe logische Schlüsse reserviert bleiben. Dadurch wird eine
optimale Balance zwischen Datenschutz, Leistung und Kosten erreicht.
Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in dem Paper „Dynamic Fog Computing for Enhanced
LLM Execution in Medical Applications“ auf der IEEE/ACM Conference on Connected Health
(CHASE 2025) veröffentlicht
(https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352648325000388). Als modulare Open-
Source-Software ist SpeziLLM nun für Institutionen weltweit zugänglich fördert Studierende
sowie Forschende im Bereich der datenschutzfreundlichen KI-Entwicklung.
Wir danken BaCaTeC für die Unterstützung dieser Zusammenarbeit zwischen Kalifornien und
Bayern; die Förderung war maßgeblich an der Entwicklung von SpeziLLM und der Stärkung der
akademischen Verbindungen zwischen der Technischen Universität München und der Stanford
University beteiligt. Diese Unterstützung ermöglichte den Austausch von Fachwissen, der
notwendig war, um die Lücke zwischen fortschrittlicher KI-Berechnung und
datenschutzkonformen medizinischen Anwendungen zu schließen.