Bitte wählen Sie den gewünschten Projektzeitraum:
- Juli 2026
- Januar 2026
- Juli 2025
- Januar 2025
- Juli 2024
- Januar 2024
- Juli 2023
- Januar 2023
- Juli 2022
- Januar 2022
- Juli 2021
- Januar 2021
- Juli 2020
- Januar 2020
- Juli 2019
- Januar 2019
- Juli 2018
- Januar 2018
- Juli 2017
- Januar 2017
- Juli 2016
- Januar 2016
- Juli 2015
- Januar 2015
- Juli 2014
- Januar 2014
- Juli 2013
- Januar 2013
- Juli 2012
- Januar 2012
- Juli 2011
- Januar 2011
- Juli 2010
- Januar 2010
- Juli 2009
- Januar 2009
- Juli 2008
- Januar 2008
- Juli 2007
- Januar 2007
- Juli 2006
- Januar 2006
- Juli 2005
- Januar 2005
- Juli 2004
- Januar 2004
- Juli 2003
- Januar 2003
- Juli 2002
- Januar 2002
- Juli 2001
- Januar 2001
Förderbeginn 01.07.2003
Raf Kinasen und Apoptose Kontrolle
Prof. Dr. Ulf R. Rapp
Universität Würzburg
Institut für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung
Prof. Dr. John C. Reed M.D.
University of California, San Diego
Department Molecular Pathology and Biology
Raf Kinasen agieren an der Spitze einer Signalkaskade, der Raf-MEK-ERK Kinasekaskade, die in zahlreiche biologische Prozesse wie zum Beispiel Proliferation, Apoptose, Differenzierung und Krebs involviert ist. Kürzlich konnten wir eine Verbindung zwischen sogenannten IAPs (Inhibitors of Apoptosis Proteins) und Raf Kinasen etablieren (Jordan et al., J. Biol. Chem. 276:39985-9). Das Ziel der Kooperation mit John Reed ist eine detaillierte Analyse der Protein-Protein-Interaktionen und der funktionellen Auswirkungen dieser Interaktionen unter besonderer Berücksichtigung von NRAGE, einem von uns isolierten Regulators von XIAP, einem Familienmitglied der IAPs. Wir werden Proteinkomplexe mit Methoden und Hilfsmitteln isolieren und charakterisieren, die gegenwärtig nur den beteiligten Gruppen zur Verfügung stehen. Das vorgeschlagene Projekt wird unser Wissen über die Biologie von Raf Kinasen und ihre Verknüpfung zu wichtigen Regulatoren des programmierten Zelltods erweitern. Mittelfristig ist zu erwarten, dass dieses Projekt zur Isolierung und Charakterisierung neuer Zielmoleküle zukünftiger Krebstherapien beitragen wird.
Abschlussbericht
Raf Kinasen agieren an der Spitze einer Signalkaskade, der Raf-MEK-ERK Kinasekaskade, die in die Regulation zahlreicher biologischer Prozesse, wie zum Beispiel Proliferation, Apoptose, Differenzierung und Krebs, involviert ist. In einer weiter zurückliegenden Kooperation mit John Reed konnten wir nachweisen, daß BAG-1, ein Bcl-2 bindendes Protein, mit C-Raf interagiert und es auch aktiviert (Wang et al., Proc. Natl. Acad. Sci USA 93:7063-68, 1996). Ebenso konnten wir zeigen, daß Bcl-2 Raf an die äußere mitochondriale Membran transportiert, um dort Zellüberlebensprozesse zu fördern (Wang et al., Cell 87:629-38, 1996).
Lange war es unklar, durch welchen Mechanismus der Komplex aus Raf, Bcl-2 und BAG-1 zelluläre Überlebensprozzese steuert. Mit Hilfe der Unterstützung von BaCaTec gelang es uns jetzt, einige neue Aspekte dieser Interaktion zu entschlüsseln. So konnten wir nachweisen, daß die genetische Inaktivierung von BAG-1 in Mäusen zu massiver Apoptose in hämatopoietischen sowie neuronalen Zellen führt (Götz et al., Nature Neuroscience 8:1169-78, 2005). Mit bestimmten Zellmarkern konnten wir die Entwicklungszeitpunkte ausfindig machen, an denen BAG-1 essentiell für die korrekte Ausführung bestimmter zellulärer Vorgänge ist. Mit biochemischen Methoden konnten wir die betroffenen Signalwege verfolgen und nachweisen, daß BAG-1 absolut notwendig für die Ausbildung und intrazelluläre Lokalisation des Komplexes aus Raf, und BAG-1, sowie weiterer Signalmoleküle, wie z.B. Hsp70 und AKT, ist. Zusätzlich zeigte sich, daß die Expression von Proteinen mit Apoptose-vermindernder Wirkung (IAPs) in der Leber von Mäusen mit BAG-1 Defizienz teilweise drastisch reduziert war. (Götz et al., Nature Neuroscience 8:1169-78, 2005).
In einer Folgestudie konnten wir zusätzliche Informationen zum BAG-1 Protein gewinnen (Götz et al., BMC Cancer 4:85, 2004). In einem Raf-abhängigen Maus-Lungentumor-Modell konnten wir erstmalig demonstrieren, daß eine verringerte BAG-1 Expression die Tumorausbildung verzögert. Dabei zeigte sich, daß BAG-1 nicht die Proliferationsrate beinflußt, sondern vielmehr die Apoptoserate in Tumorzellen steigert. Dadurch konnten wir einen neuen Regulator Raf-vermittelter Tumorbildung und gleichzeitig ein potentielles Zielmolekül für die Entwicklung zielgerichteter Krebstherapien identifizieren (Götz et al., BMC Cancer 4:85, 2004).
Durch die BaCaTec-Förderung ergaben sich zahlreiche weitere Fragestellungen hinsichtlich der Raf-vermittelten Apoptosekontrolle, die wir zukünftig mit unserem kalifornischen Kooperationspartener John Reed sowie auch lokal intensiv bearbeiten möchten.