Förderbeginn 01.01.2008

Genomische Typisierung von Melanomlinien mit unterschiedlicher Empfindlichkeit auf den Multikinase Hemmstoff Sorafenib (NexavarR)

Prof. Dr. Eckhart Kämpgen
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Hautklinik - Universitätsklinikum Erlangen

Prof. Dr. Boris Bastian
University of California, San Francisco
Comprehensive Cancer Center



Das metastasierte Melanom ist der häufigste tödliche Tumor in jungen Patienten unter 30 Jahren und eine weltweite Herausforderung für die Entwicklung besserer Behandlungsmöglichkeiten. Eine neue Gruppe von „kleinen Molekülen“, die wichtige Signalwege hemmen, hat bereits hoffnungsvolle Wirksamkeit in verschiedenen Tumorentitäten gezeigt. An der Erlanger Hautklinik wurden daher Melanompatienten mit progredienter Erkrankung trotz Chemotherapie (EORTC Studien 18032 und 18021) zusätzlich mit dem Multikinase Inhibitor Sorafenib behandelt, was in 15 von 24 Patienten zu erfreulichen partiellen Rückgängen oder zumindest Langzeitstabilisierungen von bis zu 24 Monaten führte. Tumorzelllinien von Ansprechern und Nichtansprechern und insbesondere später zu Nichtansprechern gewordenen Patienten sind eine ideales Untersuchungsmaterial, um wichtige Zielstrukturen in den Tumorzellen zu identifizieren und Mutationen, die zu Resistenzen führen. Die molekularen Analysen der Signalwege basierend auf einer genomischen Charakterisierung der Tumorzellen werden als ein Kooperationsprojekt zwischen der Erlanger Hautklinik (Prof. Eckhart Kämpgen) und der dem Tumorzentrum der Universität von Kalifornien (Prof. Boris Bastian) durchgeführt werden. Die Ergebnisse des Projektes haben für die zukünftige Behandlung des Melanoms eine große Bedeutung: zum einen können erkannte Genpolymorphismen die richtigen Patienten frühzeitig einer Behandlung mit Sorafenib zuführen und damit eine Lebensverlängerung bewirken, zum anderen sollten identifizierte Mutationen in den resistenten Melanomen die Entwicklung von neuen Hemmstoffe mit besserer und breiterer Wirksamkeit erlauben.