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Förderbeginn 01.07.2010
Analyse atomarer Zusammensetzung und Segregationseffekten von Dotieratomen in einzelnen Halbleiter Nanodrähten mittels laserinduzierter Atomsonden Tomographie
PD Dr. Gregor Koblmüller
Technische Universität München
Walter Schottky Institut
Prof. Dr. James S. Speck
University of California, Santa Barbara
Materials Department
Nanodrähte auf Halbleiter-Basis versprechen in Zukunft einen bedeutenden Einsatz in neuen Technologien, wie etwa der Opto- und Nanoelektronik, Photovoltaik, Sensorik und Thermoelektrik. Der Fortschritt solcher nanoskaligen Komponenten erfordert grundlegende Kenntnis über die atomare Struktur, zumal z. B. Fluktuationen in der atomaren Zusammensetzung, selbst ein einzelnes Dotieratom, die Funktionsweise dieser Komponenten stark beeinträchtigen kann. In diesem Projekt erforschen wir quantitativ die atomare Zusammensetzung (Fluktuationen, Dotieratome) in Gruppe-III–V Halbleiter Nanodrähten mittels hochauflösender Atomsonden Tomographie, ein Materialanalyseverfahren mit sehr hoher Sensitivität und hervorragender dreidimensionaler räumlicher Auflösung im sub-nm Bereich. Die zu untersuchenden Nanodrähte werden derzeit mit höchster Genauigkeit in einem ultrahochreinen Molekularstrahl-Epitaxie (MBE) Verfahren in der Gruppe von Dr. Gregor Koblmüller am Walter Schottky Institut, Technische Universität München hergestellt. Anschließend sollen die Nanodrähte in einem neu erworbenen laserinduzierten Atomsonden-Tomographen in den Forschungseinrichtungen des California NanoSystems Instituts (CNSI) und des Materials Departments an der University of California Santa Barbara (Gruppe von Prof. Jim Speck) charakterisiert werden.
Abschlussbericht
Die wesentlichen Herausforderungen dieses Projekts bestanden darin, die Nanodrähte für die
Atomsonden-Tomographie entsprechend zu präparieren. Die per Molekularstrahlepitaxie gewachsenen
Nanodrähte wurden in ihrer freistehenden Geometrie zuerst mit Hilfe einer sogenannten „Focused Ion
Beam“ (FIB)-basierten Technik auf spezielle Trägersubstrate transferiert. Wichtig dabei war es die
einzelnen Nanodrähte mit extrem präziser vertikaler Ausrichtung zu transferieren, sodass diese
zusammen mit dem Silizium Trägersubstrat in Folge zu einer sehr spitzen Nadel gedünnt werden
konnten. Es stellte sich heraus, dass dieser Transferprozess sehr schwierig und zeit-intensiv war und es
sind dabei nur wenige Experimente erfolgreich gelungen. Anschließend wurden die gedünnten Nadeln
bestehend aus InAs/InGaAs Nanodraht-Heterostrukturen in der Atomsonden-Tomographie erstmals
getestet. Durch die laser-induzierte Anregung und den vermutlich hohen Wärmeübertrag wurden diese
Strukturen massiven Zersetzungsraten ausgesetzt, sodass die ersten Versuche noch keine
interpretierbaren Massenspektren und Rekonstruktionen der atomaren Zusammensetzung zugelassen
haben. Es sind hier weitere Optimierungen des FIB-Transfers und der Prozessparameter zur Feld- bzw.
Laser-Anregung in der Atomsonden-Tomographie angedacht.