Bitte wählen Sie den gewünschten Projektzeitraum:
- Juli 2026
- Januar 2026
- Juli 2025
- Januar 2025
- Juli 2024
- Januar 2024
- Juli 2023
- Januar 2023
- Juli 2022
- Januar 2022
- Juli 2021
- Januar 2021
- Juli 2020
- Januar 2020
- Juli 2019
- Januar 2019
- Juli 2018
- Januar 2018
- Juli 2017
- Januar 2017
- Juli 2016
- Januar 2016
- Juli 2015
- Januar 2015
- Juli 2014
- Januar 2014
- Juli 2013
- Januar 2013
- Juli 2012
- Januar 2012
- Juli 2011
- Januar 2011
- Juli 2010
- Januar 2010
- Juli 2009
- Januar 2009
- Juli 2008
- Januar 2008
- Juli 2007
- Januar 2007
- Juli 2006
- Januar 2006
- Juli 2005
- Januar 2005
- Juli 2004
- Januar 2004
- Juli 2003
- Januar 2003
- Juli 2002
- Januar 2002
- Juli 2001
- Januar 2001
Förderbeginn 01.07.2010
Multiorbitalmodelle zur Beschreibung der magnetischen und supraleitenden Phasen in Eisen-Pniktiden
Prof. Dr. Arno Kampf
Universität Augsburg
Lehrstuhl für Theoretische Physik III
Prof. Dr. Doug J. Scalapino
University of California, Santa Barbara
Department of Physics
Die im Jahr 2008 entdeckte Supraleitung in Eisen-Pniktiden, die zur Zeit neben den Kupferoxid-Supraleitern die höchste Sprungtemperatur aufweisen, hat für großes Aufsehen gesorgt und weltweit eine beachtliche Forschungstätigkeit mit dem Ziel angeregt, die supraleitenden Eigenschaften dieser Materialien zu charakterisieren und zu verstehen. In Analogie zu den Kupferoxid-Supraleitern ist auch in den Pniktiden der supraleitende eng mit einem antiferromagnetischen Zustand verknüpft, und es liegt daher nahe, in diesen Materialien einen magnetischen Ursprung für die Supraleitung zu vermuten. Da mehrere, stark hybridisierte Energiebänder sich für die theoretische Modellierung der vorliegenden experimentellen Ergebnisse als wichtig erwiesen haben, ist das Ziel des hier vorgestellten Projektes, die magnetischen und supraleitenden Grundzustände der Eisen-Pniktide in einem realistischen Multiorbitalmodell zu beschreiben. Es ist geplant, die Raman-Lichtstreuintensitäten, die dynamische Spinsuszeptibilität und die optische Leitfähigkeit in der symmetriegebrochenen magnetischen Phase zu berechnen. Besonderes Augenmerk soll hierbei auf die Dotierungs- und die Druckabhängigkeit der elektronischen Struktur und der verschiedenen intra- und interorbitalen Wechselwirkungsparameter gelegt werden. Die bestimmten Bandstrukturen und die Wechselwirkungsstärken als Modellparameter werden in einem zweiten Schritt für eine Untersuchung der supraleitenden und magnetischen Eigenschaften dienen.
Abschlussbericht
Die Komplexität der Physik in Eisen-Pniktiden wird insbesondere dadurch belegt, dass in den
verschiedenen Materialklassen der Pniktide unterschiedliche Symmetrien der supraleitenden Phase
realisiert sind.
Die Symmetrie kann in einem ausgewählten Material sogar durch gezieltes Dotieren geändert werden. In
der Zusammenarbveit von Dr. Graser mit Professor Scalapino wurden die charakteristischen
Messgrössen für die inelastische Neutronenstreuung und die Röntgenstreuung theoretisch analysiert.
Das spektrale Gewicht ausgewählter Phononen erwies sich dabei als eine geeignete Signatur für die
Identifizierung der Symmetrie der supraleitenden Phase. Die für die Modellierung der elektronischen
Eigenschaften der Eisen-Pniktide verwendeten Methoden wurden auch zeitnah auf die 2010 entdeckten
Eisen-Selen-Supraleiter mit der hohen kritischen Sprungtemperatur von 30 K übertragen. Die Struktur
der Wechselwirkung fuer die Paarbildung von Elektronen wurde berechnet und führte zu der
Vorhersage, dass eine durch Spinfluktuationen induzierte Supraleitung in den Eisen-Selen-Supraleitern d-
Wellen-Symmetrie haben sollte. Ein expliziter experimenteller Test zur Verifizierung durch inelastische
Neutronenstreuung wurde vorgeschlagen. Die Ergebnisse der durch BaCaTec geförderten fruchtbaren
Zusammenarbeit zwischen der Universität Augsburg und der UC Santa Barbara wurden in zwei
Publikationen (Rapid Commucications in Physical Review B) dokumentiert.