Förderbeginn 01.01.2003

Kooperation zwischen der Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer (KFT) der Universität München und der Technologie-Transferstelle der Stanford University in den Arbeitsbereichen "Erfinderberatung", "Gründerberatung" und "Fundraising"

Dirk Erfurth
Ludwig-Maximilians-Universität München
Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer (KFT)

Dr. Andrea B. Friedrich
Ludwig-Maximilians-Universität München
Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer (KFT)

Karin Bauer
GründerRegio M - HOCHSPRUNG
University Program for Start-Ups

Katharíne Ku
Palo Alto Research Center (PARC)
Office of Technology and Licensing (OTL)



In unserem Projekt wollen wir eine stabile und weitreichende Kooperation zwischen der Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer der Universität München und der Stanford University etablieren. Im Einzelnen verfolgen wir folgende Ziele: Seit Oktober 2000 arbeitet die KFT auf dem Gebiet "Patentierung" und "Lizensierung". Aufgrund des Projektes "Bayern Patent" hat die die LMU verstärkt die Möglichkeit, wissenschaftliche Innovationen patentieren und lizenzieren zu lassen. Die Patentierungspolitik von US-amerikanischen Universitäten wie Stanford hat während der letzten drei Jahrzehnte einen sehr hohen Standard erreicht. Eine Kooperation auf diesem Feld des Technologietransfers würde von Vorteil für die LMU sein, um mehr über Lizenzierungen und langfristige Strategien zum Aufbau eines Patentportfolios zu lernen. Auf der anderen Seite kann die LMU Stanford nützliche Informationen über deutsches und europäisches Patentrecht liefern. Parallel dazu wird seit vielen Jahren an der KFT eine intensive Beratung von LMU-spin-offs angeboten. Auch auf diesem Gebiet kann die LMU von den erfolgreichen US-Vorbildern wie Stanford profitieren. Ferner wird in letzter Zeit "Fundraising" als nachhaltiges und weitreichendes Konzept zur zusätzlichen finanziellen Unterstützung der LMU entwickelt. Unsere Technologietransfer-Stelle ist erfahren darin, Kooperationsprojekte zwischen LMU und Industriepartnern zu vermitteln. Um das Einwerben von Mitteln aus der Industrie zu fördern, soll unser bestehendes deutsches Netzwerk ausgebaut werden. US-amerikanische Universitäten können nützliche praktische Erfahrungen in diesem Bereich des Technologietransfers und des Fundraising liefern.

Abschlussbericht
Durch Verabschiedung des Bayh-Dole Act im Jahr 1980 entstand in den USA erstmals die Situation, dass Universitäten und Unternehmen Erfindungen patentieren und verwerten konnten, die zuvor Eigentum der US-Regierung waren. Eine ähnliche Entwicklung wurde in Deutschland durch den Wegfall des Hochschullehrerprivilegs im Jahr 2002 angestoßen. Universitäten konnten dadurch Erfindungen von allen Wissenschaftlern verwerten. Von dem jahrzehntelangen Vorsprung des US-Patentwesens konnten wir im Rahmen unserer Reise zu kalifornischen Technology Transfer Offices sowie zu einigen Firmen im Juni 2004 einen Eindruck gewinnen. Insbesondere sind als Erfolg versprechende Strategien zu nennen: Etablierung einer Vertrauenskultur („guter Ruf eines TTO“), konstruktive Kooperation von Wissenschaftlern und TTOs, moderate Lizenzkonditionen im Gegensatz zu aggressiven Verhandlungsstrategien, Imagesteigerung der Universität durch erfolgreiche Verwertungen als Eigenwert und viel Geduld (die Etablierung einer Patentierungskultur dauert ca. 15 Jahre).

In Kalifornien existiert seit dem High-Tech-Boom im Silicon Valley zu Anfang der achtziger Jahre eine etablierte Gründerkultur. Viele Unternehmen, die dort angesiedelt sind, sind ehemalige Spin-offs aus Universitäten. Viele dieser Firmen sind dann wieder Lizenznehmer an Patenten aus Universitäten geworden, so dass eine enge Kooperation besteht.

Eine weitere wichtige Einnahmequelle für die amerikanischen Universitäten ist das Fundraising. An den US-Universitäten ist dieses bereits eine etablierte Größe. Die kalifornischen TTOs sind dabei wichtiger Bestandteil des Prozesses: Die guten Kontakte von Alumni zu Wissenschaftlern oder Gründern ermöglichen nicht nur ein intensives Networking, sondern bereiten auch den Weg für eine Sponsoring- und Stiftungskultur.

In Deutschland haben diese wirtschaftlichen Entwicklungen im Laufe der letzen 5-10 Jahre begonnen. Inwieweit sich die Erfahrungen der USA auf deutsche Universitäten und Technologietransfereinrichtungen übertragen lassen, wird die Zukunft zeigen.