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Förderbeginn 01.07.2014
Bestimmung starrer Strukturen in Proteinen aus Röntgendaten mittels der Nullraumtopologie
Prof. Dr. Sigrid Leyendecker
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Technische Mechanik
Dr. Henry van den Bedem
Stanford University
SLAC National Accelerator Laboratory
Proteine verändern ihre Konformation um Zellfunktionen zu erfüllen. Die führende Technik, um dreidimensionale Modelle von Proteinen experimentell zu bestimmen, ist Röntgenkristallographie. Diese Methode führt jedoch nur zu einem einzelnen, statischen Modell des Proteins. Ein Protein kann durch eine kinematische Kettenstruktur beschrieben werden, wobei starre Atomgruppen als Bindeglieder und drehbare Bindungen als Gelenke modelliert werden. Mögliche Übergänge eines Proteins von einem inaktiven zu einem aktiven Zustand können mit Hilfe einer Nullraummethode ausgewertet werden, die gleichzeitig vorhandene Zwangsbedingungen chemischer Bindungen und mechanischer Begrenzungen berücksichtigt. Wasserstoffbrücken und Atombindungen führen zu natürlichen starren Strukturen innerhalb des Moleküls, die dessen konformative Vielfalt oder Reaktion bei allosterischen Vorgängen einschränken. Ziel ist es, den Nullraum der Jacobimatrix, welche Freiheitsgrade mit Zwangsbedingungen innerhalb der Tertiärstruktur des Proteins verknüpft, zu untersuchen, um starre Untergruppen innerhalb des Moleküls bestimmen zu können. Dadurch werden wichtige mechanische Einblicke in die Funktionsweise von Proteinen und deren konformative Dynamik erwartet, die Auswirkungen auf therapeutische Eingriffe oder Protein-Engineering haben.
Abschlussbericht
Im Rahmen dieses
Projekts
wurden
Proteine
als
Mehrkörpersysteme
modelliert
und
mittels
geometrischer
Analyse
auf
ihre
Steifigkeit
und
Beweglichkeit
untersucht.
Die
neu
entwickelte
Methode
erlaubt
es
nun,
die
konformative
Vielfalt
der
Moleküle
mit
funktionalen
Mechanismen
in
Verbindung
zu
bringen.
Die
erfolgreiche
Zusammenarbeit
konnte
besonders
durch
wissenschaftliche
Gastaufenthalte
an
der
Stanford
Universität
und
der
Universität
Erlangen--Nürnberg
intensiv
gestaltet
werden.
Aus
der
Kollaboration
entstanden
Veröffentlichungen
im
führenden
„Journal
of
the
Mechanics
and
Physics
of
Solids“
[1],
im
„Proceedings
in
Applied
Mathematics
and
Mechanics“
[2]
sowie
Konferenzbeiträge
bei
der
GAMM
2015,
der
EMI
2015
und
BaMBA
2014.
Zudem
führten
die
Gastaufenthalte
zur
Ausweitung
der
Kollaboration
auf
die
Forschungsgruppe
von
Prof.
James
Fraser
an
der
University
of
California
in
San
Francisco.
Unsere
Methode
beruht
auf
einer
nicht--redundanten
mathematischen
Beschreibung
molekularer
Wasserstoffbrücken
in
Form
von
holonomen
Zwangsbedingungen.
Durch
Charakterisierung
des
Nullraums
der
Jacobimatrix
der
Zwangsbedingungen
können
starre
Untergruppen
innerhalb
des
Moleküls
identifiziert
werden.
Darüberhinaus
ist
der
geometrische
Ansatz
auch
bei
Quasi--Singularitäten
innerhalb
der
Zwangsbedingungen
gültig
[1]
und
lässt
sich
geschickt
auf
Proteinkomplexe
und
andere
Makromoleküle
wie
RNS
erweitern.
Aktuelle
und
zukünftige
Arbeiten
konzentrieren
sich
darauf,
mit
Hilfe
des
neuen
Modells
molekulare
Mechanismen
wie
beispielsweise
allosterische
Vorgänge
und
konformative
Veränderungen
der
Moleküle
zu
untersuchen.
[1]
D.
Budday,
S.
Leyendecker,
and
H.
van
den
Bedem.
Geometric
analysis
characterizes
molecular
rigidity
in
generic
and
non--generic
protein
configurations.
J.
Mech.
Phys.
Solid,
83:36–47,
2015.
[2]
D.
Budday,
S.
Leyendecker,
and
H.
van
den
Bedem.
A
geometric
approach
to
characterize
rigidity
in
proteins.
Proc.
Appl.
Math.
Mech,
Vol.
15,
2015.
To
appear.