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Förderbeginn 01.07.2015
Entwicklung eines Photosensors, basierend auf Silizium Photomultipliern, zum Einzel-Photon-Nachweis im VUV-Bereich
Dr. Thilo Michel
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Teilchen- und Astroteilchenphysik
Prof. Dr. Giorgio Gratta
Stanford University
Department of Physics
Kommerziell erhältliche Silizium Photomultiplier (SiPM) haben über einen breiten Bereich im sichtbaren
Spektrum eine hohe Nachweiswahrscheinlichkeit für Photonen, die jedoch im UV-Bereich ab 300nm auf
0 abfällt. Viele Experimente der Teilchen- und
Astroteilchenphysik, die sich inzwischen auf der Tonnenskala befinden benötigen den Nachweis von
Photonen im UV bis VUV Bereich. Eines dieser Experimente ist das nEXO (next Enriched Xenon
Observatory) Experiment, das den neutrinolosen Doppelbetazerfall von 136Xe in einer mit 5 Tonnen
flüssigem Xenon gefüllten Kammer nachweisen möchte. Aufgrund der Seltenheit dieses Prozesses ist die
Messung unter extrem geringem Untergrund und die Verwendung von absolut reinen Materialien
unerlässlich. Eine Möglichkeit, die Nachweiswahrscheinlichkeit für SiPM auf den gewünschten Wert von
mindestens 15% zu erhöhen, ist die Beschichtung der Oberfläche mit einer wellenlängenschiebenden
Substanz (TPB). Da sich dieses Material in flüssigem Xenon auflöst, wird dieser beschichtet SiPM
anschließend in einem Gehäuse aus Quarzglas versiegelt. Ziel des Projektes ist, es einen solchen Detektor
anzufertigen und unter Realbedingungen in einer Flüssigxenonkammer zu testen und bezüglich der
Nachweiswahrscheinlichkeit, der Reflektivität, der Crosstalk Wahrscheinlichkeit und anderer Parameter
zu charakterisieren.
Projektwebsite:
http://ecap.physik.uni-erlangen.de/novel/research/nEXO.shtml.
Abschlussbericht
Im Rahmen dieses Projekts untersuchten wir die Eignung von Silizium-Photomultipliern (SiPM) als potentielle Kandidaten zum Nachweis des vakuum-ultravioletten Szintillationslichts von flüssigem Xenon im künftigen Multi-Tonnen Experiment nEXO zur Suche nach dem neutrinolosen Doppelbetazerfall. Ein SiPM-Hersteller stellte uns einen mit Lumogen beschichteten SiPM für unsere Messungen zur Verfügung. Lumogen ist eine wellenlängenschiebene Substanz, die Photonen aus dem Ultravioletten absorbiert und im Grünen emittiert. In unserem kryogenen Aufbau in Erlangen bestimmten wir die Nachweiswahrscheinlichkeit für die VUV-Photonen des Szintillationslichts von Xenon auf ca. 12% bei einem Cross-Talk von ca. 35%. Leider sind diese Werte schlechter als die Entsprechenden bei speziell für den VUV-Nachweis entwickelten SiPMs ohne Beschichtung. Wir untersuchten im Rahmen einer Bachelorarbeit theoretisch die Verwendung einer zwischen zwei Fused-Silica-Platten eingebrachten Lumogen-Schicht zur Verbesserung des Photonennachweises in nEXO, kamen aber zu dem Schluss, dass der direkte Nachweis mit VUV-sensitiven SiPMs die beste Lösung darstellt und fokussierten uns darauf. Die kombinierten Ergebnisse der Universität Stanford und der FAU zeigen, dass die neu für nEXO entwickelte SiPM-Variante ein Kandidat für die Lichtsensoren bei nEXO ist. Ein Array aus vielen SiPMs wurde geplant, wobei besonders auf eine schonende Art der Halterung der SiPMs ohne Verwendung von Kunststoff Wert gelegt werden musste. Unter Verwendung des Simulationsprogramms Chroma wurden die optischen Eigenschaften des Inneren der SiPM-Testkammer in Stanford simuliert. Die Ergebnisse dieses Projekts wurden in 3 Veröffentlichungen verwendet.